|
Den dritten Ausstellungsraum des Kunstvereins Tiergarten bestimmt die Rauminstallation »Bitte hinterlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen« von Pfelder. Seine
künstlerische Haltung und Arbeit zielt darauf ab, bestimmte Räume oder Orte einer adäquaten Neu-, Um- oder überhaupt einer Nutzung zuzuführen, sie neu zu definieren. »Wir müssen uns zeitigen und räumlichen«, ein
Zitat aus Franz Xaver Baiers philosophischem Diskurs »Der Raum«, in dem der gelebte Raum auf konkrete Lebensweisen bezogen und als Medium eines Zustandes propagiert wird, könnte als Basislinie für Pfelders
künstlerische Arbeit gelten. Dies führt er in der Ausstellung in extremer und radikal weiter gedachter Form aus. Der Galerieraum wird in einen neuen Ort mit einem ebenso neuen Potential transformiert. Pfelder
definiert ihn mit minimalsten Eingriffen und öffnet ihn so gleichzeitig für alles nur Erdenkliche. Der große Raum bleibt vollkommen leer bis auf ein kleines, unscheinbares Schild an der hinteren Stirnwand, auf dem
zu lesen ist: Bitte hinterlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen. Als weitere Intervention Pfelders findet sich eine an der Längswand montierte Standard-Industrieuhr mit säurebeständigem und
schlagfestem Gehäuse für aggressive Umgebungen, die augenscheinlich eine andere Zeit anzeigt, als unsere momentane Uhrzeit. Die Aufforderung, den Raum so zu hinterlassen, wie der Besucher ihn vorzufinden wünscht,
ist ernst gemeint.
|